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Božana


Katica Wehrli (von der Mutter Božana genannt):

¨Nach dem Tode meiner Mutter begann ich nach unseren Verwandten in Kroatien zu forschen. Mit Hilfe eines Briefes, den ich im Nachlass fand und meiner Jugend-Freundin Nada fand ich schliesslich meine Tante Ana, welche in Zagreb wohnt. Über sie erfuhr ich, dass ich noch weitere Verwandte väterlicherseits in Kroatien habe.¨

Hampi


Hanspeter Wehrli (von allen Hampi, in Kroatien Petar genannt):

¨Ausser meiner Frau, die ich nach der RS kennen und lieben lernte, verband mich nichts mit Jugoslawien. Ein paarmal war ich zusammen mit Katica im nördlichen Jugoslawien bei den Grosseltern in den Ferien. Das war jedesmal ein ¨Kulturschock¨, da das Leben dort noch so wie bei uns in der Schweiz vor ein paar Jahrzehnten war.¨

Wieso besitzen wir in Kroatien ein Domizil?

Als unsere Kinder noch klein waren gabs für uns Jahr für Jahr nur ein Feriendomizil: Die Toscana. Perfekt für uns: Nah, günstig und auch im Herbst noch recht warm. Bis eines Tages Tante Ana erwähnte, die Kroatische Riviera sei wunderschön und insbesondere die UNESCO-Stadt Trogir absolut sehenswert. Im September 2005 war es dann soweit. Wir liessen Toscana - Toscana sein und fuhren mit dem Auto Richtung Kroatien. Noch war in unseren Köpfen das Thema Balkankrieg allgegenwärtig. 2 Cousins hatten dort gekämpft und wir hatten Kenntnis von vielen Gräueltaten. Also fuhren wir doch mit recht gemischten Gefühlen in die Ferien.

Unser Domizil bezogen wir auf der Insel Čiovo, im Norden der Insel mit Blick aufs Festland im Ort Okrug Donji. Die Besitzer, Biserka und Ivo hatten einen wunderschönen Garten mit vielen Pflanzen und Steinen angelegt. Unser Apartman war klein, aber zweckmässig eingerichtet. Da Joško und Tante Ana in Trogir leben, fuhren wir jeden Morgen regelmässig zum Apéro nach Trogir. Dies wurde dann in den darauf folgenden Jahren zu einer richtigen Gewohnheit. Dort im Travarica lernten wir Bekannte und Verwandte von Ana und Joško kennen. So konnten wir innert kurzer Zeit ein gutes Beziehungsnetz aufbauen.

Land und Leute wuchsen uns innert ein paar Tagen ans Herz und der Wunsch, länger in Kroatien zu bleiben setzte sich in unseren Köpfen fest. Sogar der in unseren Augen ¨revolutionäre Wunsch¨, in Kroatien ein Haus zu erwerben nistete sich bei uns ein. Bei einem Gespräch mit unseren Vermieter erwähnten wir dies und trafen auf offene Ohren:    ¨Wieso kauft ihr nicht unser Haus?¨ Auch beim Preis waren wir schnell handelseinig. So war für uns klar: Dies ist es! Ab diesem Zeitpunkt genossenen wir unsere Herbstferien immer in ¨unserem¨ Haus in Okrug Donji.

Im Mai 2006 reisten wir erstmals im Frühling nach Kroatien. Guten Mutes, das Haus in Kürze übernehmen zu können, fingen wir an zu organisieren. Und dann der Schock: Unsere Vermieter wollten plötzlich nicht mehr verkaufen! Dermassen enttäuscht sagten wir dann die Buchung im Herbst bei Biserka und Ivo ab und buchten bei Jure, einem Kollegen von Joško. Und dann, in diesen Herbstferien 2006 fing die Sucherei nach einem ins Budget passenden Haus an. Unsere Ferien verbrachten wir mit telefonieren und Inserate lesen am Strand. Hausbesichtigungen mit mehr oder weniger seriösen Hausverkäufern und Maklern prägten unsere Ferientage in den folgenden Jahren. Aber wir wussten immer: Irgendwo wartet unser Häuschen auf uns!

Trotz unserer Enttäuschung buchten wir ab dem Jahr 2007 weiterhin bei Biserka und Ivo. Und wir hattens immer gut bei ihnen. Mit der Zeit fingen sie dann wieder an darüber zu sprechen, das Haus an uns verkaufen zu wollen. Wir nahmen dies zur Kenntnis, fingen aber nie von uns aus an, darüber zu sprechen und suchten auch weiterhin nach etwas Passendem.

Nach dem Tode von Ivo im Jahre 2010 rief uns Biserka an und schlug vor, anlässlich unserer Ferien im Mai 2011 über den Hausverkauf zu sprechen, was uns natürlich sehr freute. Wie von uns konsequent praktiziert, lenkten wir das Gespräch auch diesmal nicht auf dieses Thema. So flogen wir nach 3 Wochen schönen und heissen Ferien unverrichteter Dinge wieder nach Hause.

In den Herbstferien 2011 durften wir dann das erste Mal in der unteren Wohnung übernachten, weil unser Apartman andersweitig vermietet war. Welche Enttäuschung! Diese Wohnung hatten wir als unsere angedacht. Es gefiel uns gar nicht. Die Wohnung war dunkel und irgendwie seelenlos. Zudem hatten wir via Tante Ana "auf dem Latrinenweg" erfahren, dass Biserka das Haus offensichtlich einem Neffen übergeben wolle....

Plan B

Im Internet hatten wir -wieder einmal- ein Haus vorsondiert. Wir riefen die Besitzer, Darko und Snježana an und verabredeten uns auf Sonntag. Es war der "nine-eleven" des Jahres 2011! Grosses Staunen bei den Besitzern, weil wir wussten, wo das Haus stand. Aber Katica erkannte das Nachbarhaus -wir hatten dieses auch schon besichtigt- und Hampi wusste noch wo es sich befand.

Wir besichtigten zusammen mit Tante Ana und Joško das Haus und waren sofort begeistert. Joško wollte schon gar nicht mehr von der Terrasse weg und Tante Ana freute sich wie ein kleines Kind. Nach 2 Stunden unterschrieben wir den Vorvertrag. Die Verkäufer sind beide Rechtsanwälte und Richter in Varaždin. Am Montagmorgen um 9 Uhr trafen wir uns bei einem Notar und unterschrieben den Kaufvertrag. Dauer des Termins: Eine Viertelstunde. Kosten ca. CHF 17.--!

Mittlerweile ist Kroatien unsere zweite Heimat geworden und wir freuen uns jedes Jahr unbändig auf unser Häuschen und unsere vielen Bekannten. Nach dem Umbau des Gästebadezimmers im Jahre 2013 ist im 2014 unseres an der Reihe. Der Garten muss noch in Ordnung gebracht werden, ein Cheminée gebaut und die Gehwege mit Steinplatten belegt werden. Es gibt also noch viel zu tun!

Hampi und Katica Wehrli im Januar 2014

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